Filmblog Sommersemester 17

Medizin im Film: „Gendertrouble. Geschlechterinszenierungen und Transgender im Film“

Dozenten: Christoph Rehmann-Sutter, Birgit Stammberger, Burghard Weiss
Zeit und Ort: Montags, 18:30-21:30 Uhr, 14 tägig im Hörsaal des IMGWF

Dass es Männer und Frauen gibt und jeder Mensch entweder das eine oder das andere Geschlecht hat, dass Geschlecht zweifelsfrei anhand der Genitalien (oder anhand der Chromosomen) festzustellen und deshalb eine ebenso eindeutig biologische Tatsache ist, gehört zu den Selbstverständlichkeiten unseres Alltagswissens. Kinderspielzeuge, Konsumartikel, Kleidung, Werbung, ja sogar unsere Sprache, aber auch juridische Wissensordnungen, wie das Personenstandsgesetz, tragen die Signatur eines Geschlechterdualismus und sind die Basisregeln für diese „Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit“ (Hagemann-White). Die Medizin wurde lange Zeit ebenso selbstverständlich in Dienst genommen, um in Zweifelsfällen (in Fällen von Intersexualität) Eindeutigkeit zu schaffen. Sie alle bestätigen die Vorstellung von den zwei Geschlechtern immer wieder neu.

Doch ein Blick in die Geschichte des Wissens oder auch in andere Kulturen zeigt, dass die Auffassung von den zwei Geschlechtern auf historisch gewachsenen Überzeugungen und westlichen Vorstellungen beruht und keinesfalls so selbstverständlich ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Seit einiger Zeit widmet sich auch das Kino der Thematik von Transgender und Queer. Das Kino wird damit zu einem Ort der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Rollenerwartungen sowie mit den bis heute zumeist tabubehafteten Aspekten menschlicher Sexualität.

Das Seminar Gendertrouble widmet sich an Hand von ausgewählten Spielfilmen der Thematik eines Lebens im ‚falschen’ Körper. Dabei soll die Frage nach sexueller Identität in ihrer biologischen, psychologischen und sozialen Vielfalt diskutiert und in ihrer politisch-kulturellen Dimension nachgegangen werden. Transgender-Problematiken im Film sind dabei nicht nur Geschichten über sexuelle Andersheit, sondern sie verlangen unser eigenes Alltagswissen nach seinen ihnen zugrunde liegenden Selbstverständlichkeiten und Überzeugungen in Frage zu stellen. Letztlich ist damit auch ein ethisches Postulat verbunden, nämlich die Vielfalt und Pluralität menschlicher Identität anzuerkennen.

Termine:

24.04. 2017: Einführung I: Wozu Gender?
Film 1 XXY
Spielfilm, Argentinien 2007, Regie: Lucía Puenzo, 87 min.

15.05. 2017: Einführung II: Filmanalyse
Film 2 Alles über meine Mutter
Spielfilm, Spanien 1999, Regie: Almodóvar, Pedro, 97 min

29.05. 2017
Film 3 Tangerine L.A.
Spielfilm, USA 2015, Regie: Sean Baker, 88 min

12.06. 2017
Film 4 Danish Girl
Spielfilm, USA, GB, D 2015, Regie: Tom Hooper, 120 min.

26.06. 2017
Film 5 Beautiful Boxer
Spielfilm, Thailand: 2003, Regie: Ekachai Uekrongtham, 118 min.

17.07. 2017
Film 6 DAS VERORDNETE GESCHLECHT
Dokumentation, Deutschland: 2001, 62 min.

Um Voranmeldung wird gebeten unter: sekretariat(at)imgwf.uni-luebeck.de

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